Wie bereiten wir SchülerInnen auf eine VUCA-Welt vor?


In der Bildungsdiskussion sind heute die unterschiedlichsten Stimmen zu hören, wie die Bildung der Zukunft aussehen sollte und was es für Veränderungen braucht dafür. Jedoch wird dabei wenig beachtet, das auch in der Wirtschaft Veränderungen passieren (müssen), die einschneidend und tiefgreifend sind - z.B in der Art des Managements. Und da die Bildung nicht nur dem Selbstzweck des Lernenden dient, sondern auch der Vorbereitung für ein komplexes Berufssystem, sollte hier nicht die Chance verpasst werden, eine abgestimmte Umstrukturierung durchzuführen.


Zu diesem Thema existieren verschiedenste Berichte und Studien, von denen ich den Grundtenor durch meine Arbeit als Coach in Bildung und Wirtschaft ebenfalls bestätigen kann (s. z.B. Informationen zum Thema "VUCA" und "agile Organisationen").

Der Bedarf an Arbeitskräften in der Wirtschaft ist immer stärker verknüpft mit hohen Selbst- und Sozialkompetenzen. Warum? Weil es Realität ist, dass wir in einem globalen und immer weiter beschleunigenden Wirtschaftssystem nicht mehr mit der Geschwindigkeit, der Volatilität und der Mehrdeutigkeit von Situationen alleine Schritt halten können.


Es bedarf also Menschen, die ihre Stärken einbringen und ihre Begrenzungen in Teams kommunizieren können. Die sich durch ein sicheres Selbstmanagement zielbewusst bewegen und abgrenzen können und sich in agilen Organisationen teamorientiert einbringen können. Dazu benötigt es ein hohes "Selbst bewusst sein" und ein sehr gutes Beziehungsmanagement.

Die Kommunikation untereinander muss reibungsloser und effektiver ablaufen, um die Wirkungsgeschwindigkeit zu erhöhen, die dann zusätzlich nicht mehr langwierig "top-down" kommuniziert wird, sondern durch kompetente Teams gleichzeitig zusammengeführt wird. Das Misskommunikation und Konflikte die höchsten "Effektivitätsfresser" sind, haben grosse Firmen schon seit längerer Zeit erkannt. Eine tiefe Vertrauenskultur wird als wichtigste Voraussetzung für eine "VUCA-Welt" gesehen.


Um diesen Bedürfnisse in der Wirtschaft besser zu befriedigen, lassen sich verschiedenste CEOs schon seit Jahren dazu zitieren mehr Sozialkompetenzen in der Bildung zu fördern.


„Das Ziel des Bildungssystems muss sein, neben fachlichem Wissen auch wichtige persönliche Kompetenzen zu fördern. Dazu gehören sowohl die Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens (Kompetenzmanagement) und der Selbsteinschätzung – welche Kompetenzen habe ich und welche brauche ich in der Zukunft? – wie auch die Förderung der Eigenverantwortung und Eigeninitiative.“

Carsten Schloter, ehemaliger CEO Swisscom


Natürlich bedarf es dieser Veränderungen nicht ausschliesslich aufgrund der neuen Anforderungen der Berufswelt.

Die Entwicklung von höheren Selbst- und Sozialkompetenzen in den Bildungseinrichtungen ist in unserer Gesellschaft auch aufgrund unseres Wohlstands und dessen unbegrenzten Möglichkeiten (damit einhergehend fehlende Selektions-/Entscheidungsfähigkeit), aber auch aufgrund von Schnelllebigkeit und Gleichgültigkeit (Überforderung und fehlende Selbstwirksamkeit) dringend notwendig geworden.

Jugendliche müssen selber erkennen können, wie sie auf der Basis des eigenen Potentials und der vorliegenden Fakten Entscheidungen fällen können, wie sie sich selbstmotiviert und zielbewusst beruflich fortbewegen und wie sie die Balance zwischen Interaktion und Abgrenzungen leisten können. Diese Lernziele erfordern sehr viel mehr Zeit und Übung als viele akademische Lernziele.


Wir brauchen also mutige und in die Wirtschaft vernetzte Schulleitungen, um diese zeitlichen Ressourcen durch ein völlig neues Konzept in Bildungsinstituten freizusetzen. Die Ergebnisse werden diesen Pionieren Recht geben.

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